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News | 17.07.2017

Streit um Lizenbedingungen für Facebook-Quelltext

Facebook veröffentlicht einige Teile seines Programmcodes als Teil von OpenSource-Projekten. Die Bedingungen zu denen der Code weitergegeben wird sorgen nun aber für Streit.

Grundsätzlich kann natürlich jeder Programmierer und jeder Konzern frei bestimmen, was andere Leute mit dem eigenen geistigen Eigentum, zum Beispiel also Programmquelltexten, anstellen dürfen. Wenn man sich dazu nicht weiter äußert ist die Lage sehr einfach: Niemand außer dem Urheber darf die entsprechenden Quellen verwenden.

Nun gibt es aber eine Menge Leute die ihren Quelltext anderen Leuten zur Verfügung stellen wollen. Möglicherweise weil sie darauf einfach stolz sind, sich Hilfe von anderen Programmierern erhoffen, sie an der Weiterentwicklung nicht mehr interessiert sind, ... Es gibt eine Vielzahl unterschiedlichster Gründe die eigene Arbeit anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. Allerdings kann man das unter verschiedenen Bedingungen tun. Und die Details dieser Bedingungen werden von so genannten "Lizenzen" geregelt.

Eine dieser Lizenzen ist die so genannte Berkeley Software Distribution-Lizenz (BSD). Diese Lizenz ist einigermaßen kurz und einfach zu verstehen. In aller Kürze darf jeder mit solcherart lizensierter Software Geld verdienen, das Programm verändern und es verteilen. Dabei muss er allerdings einen anderen Namen als das Ursprungsprodukt verwenden und die Lizenzbedingungen in seiner Variante des Werks erwähnen.

Im Kern benutzt Facebook genau diese Lizenz, erweitert sie aber um einen ganz wesentlichen Passus: Man verbietet auf Basis der eigenen Software einen Facebook-Konkurrenten zu entwickeln. Was genau ein "Konkurrent" ist obliegt dabei der Definition von Facebook. Und um diese Einschränkung machen sich Entwickler von quelloffener Software nun Sorgen.

Die Apache Gemeinschaft, unter anderem die Heimat von Projekten wie OpenOffice, den Programmiersprachen Perl, Tcl und Groovy, dem gleichnamigen Webserver, der Versionsverwaltung Subversion und der Anti-Spam-Software Spamassassin, hat nun eine Entscheidung getroffen: Unter solchen Bedingungen lizensierte Facebook-Software darf in den eigenen Projekten nicht verwendet werden. Das betrifft unter anderem Web-Frameworks wie z.B. das populäre React.

 

 

 

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