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News | 09.07.2018

Browser Erweiterung "Stylish" verkauft deine Internet-Historie

Stylish war ursprünglich dazu gedacht, beliebige Webseiten in ihrer Darstellung anzupassen. Und dann wurde es im August 2016 verkauft.

Mit diesem Verkauf hat sich für die meisten Stylish-Nutzer erst einmal nichts geändert: Das Programm funktioniert grundsätzlich immer noch. Aber durch die Art und Weise wie das Programm arbeitet, sieht es gezwungenermaßen alle Internetaktivitäten des jeweiligen Nutzers. Um beliebige Seiten anpassen zu können, muss es technisch gesehen natürlich auch auf beliebige Seiten Zugriff haben. Und dieser Umstand macht den Verkauf so gefährlich. Der aktuelle Eigentümer, eine Firma namens "Similar Web", bewirbt auf Ihrer Seite unter anderem die Möglichkeit zu sehen, wie sich die eigenen Benutzer auf den Seiten der eigenen Konkurenz bewegen. Im übertragenen Sinne könnte man als "Nordbord.de" also zu dieser Firma gehen und um eine Analyse der Benutzer von "Südbord.de" bitten. Und die Daten die Stylish dazu liefert sind einer der Bausteine, welcher dieses Angebot möglich macht.

Dabei verspricht man gleichzeitig, dass mit der Stylish-Nutzung keine "sensiblen Daten" wie Passwörter oder Chatnachrichten übertragen werden. Aber mehr als dieses Versprechen hat man auch nicht: Technisch gesehen hindert die Firma nichts daran, genau diese besonders schützenswerten Daten zu übertragen. Und genau aus diesem Grund hat man sich bei Mozilla und Google nun entschlossen, die Erweiterung schlichtweg zu deaktivieren: Auf den Mozilla-Addon-Seite und im Google Store ist diese nun nicht mehr zu bekommen.

Das Artikelbild zeigt einen Ausschnitt aus einem Artikel von Robert Heaton, der sich die Erweiterung mal genauer angeschaut hat und dabei auf das Ausmaß der Datenübertragung gestoßen ist.

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